U N E S C O - K U L T U R G U T

 

Das „Märchenerzählen“ wurde 2016 in das
"Bundesweite Verzeichnis Immateriellen Kulturerbes"
der Deutschen UNESCO-Kommission aufgenommen.

 

Bericht der Europäischen Märchengesellschaft (EMG)

 


Märchenfestival Bornholm

 

 

Professionell ausgebildete Erzähler/innen aus Europa gastieren in Dines Lille Maritime Café, das der Ferienstätte Alte Strandvogtei angegliedert ist und erzählen Märchen
aus aller Welt für Erwachsene und Kinder ab 6 Jahren.
Erzählt wird in deutscher Sprache.
Die Märchenabende finden jedes Jahr von Ende Mai
bis Mitte September statt.
Jeweils Montag und Mittwoch ab 18:30 Uhr.

 

 


 

Märchen über Grenzen
„Deutsch-Dänische Märchentage“


Ein Beitrag zur Völkerverständigung, von Ingrid Jacobsen,
Märchenerzählerin aus Flensburg

 

Flensburg, 27.- 29. Oktober 2011 – drei märchenvolle Tage! 13 deutsche und 13 dänische Erzähler und Erzählerinnen begeisterten diesseits und jenseits der Grenze ihre Zuhörer, in Flensburg und Sonderburg, in Gråsten und Leck. In immer neu gemischten, zweisprachigen Gruppen erzählten sie von „Wein, Whiskey und anderen guten Tropfen“ im Weinhaus Braasch, „Von Gold und anderen Schätzen“ in Sydbank Flensburg. „Was in der See und hinter den Meeren wohnt“, erfuhren die Bewohner an der Westküste. Hexen und Unterirdische und heimliche Helfer wurden beschworen, bezaubernde Frauen, duftende Rosen und 1001 Nächte besungen. Märchen und Sagen des Nordens, Mythisches und Literarisches. Sie waren zu Gast in 14 Kindergärten und Schulen am Vormittag, in Bibliotheken und an 6 Orten mit ganz besonderem Flair an zwei Abenden. 1400 Kinder und Jugendliche und 400 Erwachsene ließen sich durch Musik und die Kunst des Erzählens verzaubern.

 

Was anfangs nur als ein Treffen im kleinen Rahmen angedacht war, - um sich kennen zu lernen und zu erfahren, wie und was diesseits und jenseits der Grenze erzählt wird, - hatte sich zum großräumigen EU-Projekt ausgeweitet, außerdem gefördert durch die Europäische Märchengesellschaft und die Märchenstiftung Walter Kahn. Und wenn am späten Abend alle Beteiligten im Foyer des gemeinsamen Flensburger Hotels in angeregten Gesprächen, bei belegten Broten und einem guten Flens den Tag ausklingen ließen, lachend, singend, dann stimmten sogar die fremden Hotelgäste mit ein. Völkerverständigung pur.

 

Die deutsche und dänische Presse begleitete das Projekt intensiv – bereits in der Vorbereitungsphase. Freunde und Bekannte waren in diesen Tagen eingebunden als Übersetzer und Musizierende, als Gastgeber und Chauffeure. Die Erzählenden selbst hatten sich schon Wochen vorher miteinander abgestimmt, am Telefon, per E-Mail. Ein guter Auftakt für die Bewerbung der Stadt Sonderborg mit der Region Flensburg als Europäosche Kulturhauptstadt 2017.

Und was fiel auf? Uns begeisterte die Spontanität, das spielerische Erzählen der Dänen, ihr breites Repertoire: neben Mythen und Märchen Literarisches, und vieles, was selbst erlebt worden war. Sie bewunderten unsere gepflegte Sprache und Rhetorik, die mehr Distanz erlaubt und das Erzählte in den Mittelpunkt stellt. Auf dem abschließenden Ausflug zum Wasserschloss Glücksburg kamen dies und manches Persönliche zur Sprache. Wie schnell wir alle miteinander vertraut geworden waren! Vorfreude und Aufgeschlossenheit aller hatten diese freundschaftliche und fröhliche Atmosphäre geschaffen. Man schlug Wiederholung vor, möglichst schon im kommenden Jahr. Nun, vielleicht erst einmal an einer anderen Grenze?